Doherty, Barât, Hassall & Powell - klingt nach einer gediegenen Anwaltskanzlei, sind aber The Libertines. In der mehr als ausverkauften Columbiahalle sorgen diese durch einen Aufgalopp von drei Vorbands und jeder Menge (sehr guter) Musik vom Band bei nicht wenigen Besuchern erst einmal fast für schlechte Laune. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Erscheinen von Pete Doherty und den ersten Klängen von „The Delaney“. Spätestens mit dem zweiten Stück, „What became of the Likley Lads“, ist die Sache dann im bestmöglichen Sinne durch. Auf fast altmodische Art schöne Melodien, hymnische Songs mit allerlei Brüchen, ein ausgiebiges Schlagzeugsolo Gary Powells sowie Lieder, die schlicht zu gut sind, um je ihre Zündkraft zu verlieren, lassen einen mehr als gut gelaunt darüber hinwegsehen, dass Doherty etwas hüftsteif wirkt und auch stimmlich nicht mehr der ist, der er vor 23 Jahren war. Ohnehin spielt derlei kaum eine Rolle, da die Band mit Carl Barât über ein weiteres Kraftw...
Morrissey kommt tatsächlich! Auftritte in Skandinavien waren wenige Tage zuvor kurzfristig abgesagt worden und auch in Berlin hatte er seine Anhängerschaft bereits vor einigen Jahren einmal sitzen lassen. Sei's drum! Egal! Vergeben und vergessen! Denn diesmal ist er da! Bestens bei Stimme, gut gelaunt launisch, humorvoll, zugewandt und mit einer Energie, die keinerlei Schwankungen kennt (auch da war gelegentlich anderes zu hören gewesen). Natürlich sind die Lieder, die er vorträgt großartig und selbstverständlich gibt es nicht den Anflug eines Zweifels daran, dass dieser Abend von kaum zu überschätzender Bedeutung für all jene ist, die in Morrissey mehr als einen Songschreiber und Entertainer auf höchstem Niveau sehen. Es ist von beeindruckender Selbstverständlichkeit, mit welcher Leichtigkeit er den, wohl teilweise entgrenzten, Erwartungen des Publikums gerecht wird. Denn das ihm dies gelingt, beweisen all die vollkommen euphorisierten Menschen, die aus dem Tempodrom an diesem Abe...
Socke wegen steigen wir hinab in der Kastanienkeller. Passt alles - auch das die knapp 30 Zuschauer den Bandnamen skandieren, allerdings erst, nachdem sich einige von ihnen bei der Band erkundigt haben, wie diese heißt. Socke kommen - nach Eigenauskunft - aus einem Heidelberger Autohaus und legen sich mächtig und gekonnt ins Zeug. Später gibt es noch Half Darling aus Wien sowie ein fulminantes high speed set von Seggs Tape aus Madrid. Irgendwann dann in der Nacht, steigen alle die vor oder auf der Bühne standen, beseelt wieder zur Kastanienallee empor. Socke Half Darling Seggs Tape Socke: Friedrich Scherz