Das Rad muss nicht zweimal erfunden werden und die Selbstbeschreibung von Lawn Chair fasst gut zusammen, was sich an diesem Abend im Schokoladen abspielt: Eine fünfköpfige Band aus Köln, die eine Mischung aus Post-Punk und Indie spielt und dabei „love, men and other distressing subjects“ thematisiert, was für eine Menge guter Laune sorgt. Lawn Chair: Live from Hilmar's Garage
Viel weiß man nicht, über den Mann der Schwund ist. Keine Auskunft auf Bandcamp, keine Homepage und bei Instagram heißt es schlicht "Synthpunk aus Berlin". Die Musik vertreibt das ebenfalls in Berlin ansäßige Kassettenlabel "Flennen" in kleiner Stückzahl (vier von fünf Veröffentlichungen sind auf Bandcamp ausverkauft). Es blubbert, stampft und fiept gehörig, zumindest wenn die, auf den Laien recht komplex wirkende Technik mitspielt (was an diesem Abend nicht durchgängig der Fall ist). Zudem hört man sich vorher besser die Texte an, denn die sind ziemlich unterhaltsam, live im Schokoladen jedoch leider nur schwer zu verstehen. "Aldi, Aldi, Garibaldi - gönn's Dir, Tiger" - machen wir gern wieder! Schwund: Das Modell
Als Robert Hingley 1981 The Toasters gründete, war er 17 Jahre alt, Deutschland in zwei Hälften geteilt und Ronald Reagan soeben zum amerikanischen Präsidenten gewählt worden. Man kann sich nur freuen, das Hingley, nach zahlreichen Umbesetzungen und unglaubliche 43 Jahre später, sein fulminates Ska-Kraftwerk immer noch auf die Bühne bringt. An diesem Abend auf die recht kleine des Cassiopeias, in welchem vom Start weg beste Stimmung und eine schwer ausgeprägte Tanz-Entschlossenheit herrschen. Konzert des Jahres. The Toasters: Dont't Let The Bastards Grind You Down