Morrissey kommt tatsächlich! Auftritte in Skandinavien waren wenige Tage zuvor kurzfristig abgesagt worden und auch in Berlin hatte er seine Anhängerschaft bereits vor einigen Jahren einmal sitzen lassen. Sei's drum! Egal! Vergeben und vergessen! Denn diesmal ist er da! Bestens bei Stimme, gut gelaunt launisch, humorvoll, zugewandt und mit einer Energie, die keinerlei Schwankungen kennt (auch da war gelegentlich anderes zu hören gewesen). Natürlich sind die Lieder, die er vorträgt großartig und selbstverständlich gibt es nicht den Anflug eines Zweifels daran, dass dieser Abend von kaum zu überschätzender Bedeutung für all jene ist, die in Morrissey mehr als einen Songschreiber und Entertainer auf höchstem Niveau sehen. Es ist von beeindruckender Selbstverständlichkeit, mit welcher Leichtigkeit er den, wohl teilweise entgrenzten, Erwartungen des Publikums gerecht wird. Denn das ihm dies gelingt, beweisen all die vollkommen euphorisierten Menschen, die aus dem Tempodrom an diesem Abe...
Socke wegen steigen wir hinab in der Kastanienkeller. Passt alles - auch das die knapp 30 Zuschauer den Bandnamen skandieren, allerdings erst, nachdem sich einige von ihnen bei der Band erkundigt haben, wie diese heißt. Socke kommen - nach Eigenauskunft - aus einem Heidelberger Autohaus und legen sich mächtig und gekonnt ins Zeug. Später gibt es noch Half Darling aus Wien sowie ein fulminantes high speed set von Seggs Tape aus Madrid. Irgendwann dann in der Nacht, steigen alle die vor oder auf der Bühne standen, beseelt wieder zur Kastanienallee empor. Socke Half Darling Seggs Tape Socke: Friedrich Scherz
Es gibt die Bands, von denen man weiß, dass man sie bedauerlicher nie live sehen wird (The Clash) und es gibt die, von denen man es glaubt bis sie plötzlich da sind. Als wäre nichts gewesen. Manchmal braucht es dafür einen Anlass. Im Fall der Flaming Lips ist dies der 20. Jahrestag der Veröffentlichung ihres wegweisenden Albums "Yoshimi Battles The Pink Robots". Wobei die Platte eigentlich schon 2002 erschien. Sei's drum - vielleicht touren sie ja bereits unbemerkt seit drei Jahren. Oder sie haben es nicht so mit Zahlen. YBTPR stellt zusammen mit "The Soft Bulletin" vermutlich das Hauptwerk der Flaming Lips dar; eine Platte, von der man nicht weiß, ob sie live aufführbar ist. Und um es kurz zu machen: sie ist es - und wie! Es scheint, als sei das ausverkaufte Metropol an diesem Abends das Innere des Albums. Sie sind alle gekommen: die rosa Roboter, Yoshimi, die sprechenden Augen, die halbvergnügten Aliens und natürlich der unverwüstliche Wayne Coyne - der einzi...